Leiblfinger Ehrenzeichen feierlich verliehen Festabend mit Verleihung des Leiblfinger Ehrenzeichens an vier verdiente Mitbürger

Ehrenzeichenträger

Der große Veranstaltungsraum im Verwaltungsgebäude der Firma Max Frank Event GmbH bot wieder das stilvolle Ambiente für die Verleihung des „Leiblfinger Ehrenzeichens 2019“, welches in diesem Jahr an vier verdiente Persönlichkeiten überreicht wurde. Rund 170 geladene Gäste, darunter zahlreiche Träger des Leiblfinger Ehrenzeichens aus den Vorjahren und Vereinsvorstände waren anwesend. Für den stimmungsvollen musikalischen Rahmen sorgte die Gruppe „Leiblfing PUR“. Das „ Leiblfinger Ehrenzeichen“ wurde zum 13. Mal verliehen. Seit dem Jahr 2015 ist für die Organisation und Durchführung der Kulturausschuss der Gemeinde Leiblfing verantwortlich. Vorsitzender Herr Christian Mittermeier übernahm die Begrüßung der Ehrengäste und führte durch das Programm. In Vertretung des Hausherrn Dr. Max Frank, begrüßte Timo Prekop die Ehrengäste. Ein kurzes Grußwort gab auch Erster Bürgermeister Wolfgang Frank.

 

 

„Keine anderen Hände als unsere“

Ehrenzeichen Hannelore Kohlhäufl

Im Anschluss wurde das erste Ehrenzeichen verliehen. Laudator Karl Schmidt stellte immer die Zahl fünf, die sich wie ein roter Faden durch seine Laudatio zog, in den Vordergrund. Die Zahl trifft auch auf die zu ehrende Hannelore Kohlhäufl zu. Zum Ausdruck brachte Karl Schmidt in seiner Laudatio Ihre Tätigkeiten im Pfarrgemeinderat, als Kommunionhelferin, im lebendigen Rosenkranz, in der Nachbarschaftshilfe und im bildenden Künstlerkreis. Hannelore Kohlhäufl stöberte in dem Begleitheft zum zehnjährigen Bestehens des Gebetkreises, den sie als Förderin begleitet: „Eine besondere Atmosphäre liegt in der Luft, die sich nur schwer beschreiben lässt“, sinniert Hannelore Kohlhäufl über das Rosenkranzgebet. Bei der Frage „brauchen wir überhaupt einen Pfarrgemeinderat vor Ort in unserer Pfarrgemeinde“ bejaht sie, denn „Jesus hat keine anderen Hände als die unseren“. Als Laien kommt uns, ohne den Heildienst zu vernachlässigen, speziell der Weltauftrag zu. Das bedeutet: als Laien leben wir in Familien, am Arbeitsplatz, in den Gemeinden vor Ort, wir nehmen Entwicklungen der Gesellschaft, im Sozialbereich, in der Wirtschaft und in der Politik wahr. Sie tragen zum Zusammenhalt der Gemeinde bei und Wirken nach außen auf die Menschen in ihrer Gemeinde. Laudator Karl Schmidt kam am Ende seiner Laudatio zu dem Fazit, dass Frau Kohlhäufl aufgrund ihres sozialen und künstlerischen Engagements in der Gemeinde das Ehrenzeichen absolut verdient hat.
 
 

„Ned lang redn, sondern anpacken“

Ehrenzeichen Johann Hollauer

Im Anschluss konnte sich Johann Hollauer aus Hailing über die Auszeichnung mit dem Leiblfinger Ehrenzeichen freuen. Laudator Bernhard Frey begann mit dem Lebensmotto des zu Ehrenden: „Ned lang redn, sondern anpacken“. Während seiner Laudatio machte er eine kleine Rechnung auf: „ Wenn wir die Summe von drei Begriffen Dorfgeschehen-Vereine-Verantwortung bilden und dies mit der Zeitspanne von 60 Jahren multiplizieren, kann nur ein Name heraus kommen: Johann Hollauer, genannt der Hans.“ Seine Karriere im Vereinsleben begann bereits in der Landjugend. Fußball ist seine große Leidenschaft, die Hans sein Leben lang eingefangen hat. Ein sogenannter Baustein, der ein Geburtstagsgeschenk seiner Familie war, sichert ihm einen festen Platz auf der Zuschauertribüne. Diesen nimmt er gerne so oft wie möglich ein. „Löschen, Retten und noch viel mehr, lernt man bei der Freiwilligen Feuerwehr.“ Im Feuerwehrverein trug er in den Jahren 1970 bis 1978 die Verantwortung für die Kasse. Für ein Fest dieser Größenordnung gehörten auch die geordneten finanziellen Verhältnisse, die in den Händen des Kassiers lagen. In der langen Zeit der Vorbereitung konnte Hans mit seiner Weitsicht und seinem Organisationstalent viel beitragen. Als weiterer, markanter Meilenstein in der Vereinsarbeit von Hans sind Führungsarbeiten bei der Krieger -und Reservistenkameradschaft Hailing zu nennen. Nach beinahe 10 Jahren im Ausschuss übernimmt er 1979 das Amt des zweiten Vorstandes. Das Gründungsfest mit Fahnenweihe im Jahr 1988 unter seiner Regie als Festleiter ist vielen noch heute in bester Erinnerung. Ein Jahr später übernahm Johann Hollauer die KuRK als erster Vorstand und leitete den Verein mit Weitsicht und Augenmaß. Im Jahr 2010, also nach sage und schreibe 21 Jahren als erster Vorstand, stellte sich Hans nicht mehr zur Wahl und übergab den Verein in neue Vorstandshände. Die KuRK Hailing ernannte Hans zu ihrem Ehrenvorstand. Der Laudator machte noch einmal eine Rechnung auf: „60 Jahre aktive Vereinsarbeit bedeuten auch 3.120 Wochen aktive Vereinsarbeit. Setzen wir durchschnittlich 3 Stunden die Woche an, ergibt sich ein Pensum von sage und schreibe 9.360 Stunden. Rechnen wir mit einem normalen Arbeitstag von 9 Stunden, ergibt sich eine reine gemeinnützige Arbeit von 1.040 Tagen. Dies wiederum ergeben fast 3 volle Jahre, und dies ohne Urlaub gerechnet.“ Allein diese einfache Rechnung spricht für sich. Ende November 2018 konnte Hans aus den Händen von MdL Josef Zellmeier und Landrat Josef Laumer das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten entgegennehmen. Bernhard Frey gratulierte am Ende seiner Laudatio Johann Hollauer zur Verleihung des Leiblfinger Ehrenzeichens.

 

„Einsatz für das Vereinsleben“

Ehrenzeichen Johann Sers

Nach einer kurzen Pause wurde Johann Sers aus Obersunzing mit dem Leiblfinger Ehrenzeichen geehrt. Laudator Josef Schambeck, Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes der KRuSK Straubing-Bogen, hielt die Laudatio für Johann Sers. Mit einem Abriss seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bedurfte es eines Rückblicks über Jahrzehnte. Im Jahre 1964 trat Johann Sers der FFW Obersunzing –Niedersunzing bei. In seine 55 jährigen Mitgliedschaft fielen zwei große Fahnenweihen, nämlich im Jahr 1980 und 2010. Da in Obersunzing noch ein weiterer Verein fehlte, wurde 1980 der Fischerverein gegründet. Johannn Sers ist Gründungsmitglied und war bis 2010, insgesamt also für 30 Jahre; Kassier und Schriftführer. Außerdem war er auch in der kirchlichen Arbeit sehr aktiv. Am 1. April 1984 wechselte er beruflich zu KASAK bei der Bundeswehr. Dort war er als katholischer Pfarrhelfer für den militärischen Bereich von Mitterharthausen, Bogen, Regen, Freyung, Passau und Pocking zuständig Im Dezember 2010 ging er in den wohlverdienten Ruhestand. Während seiner beruflichen Tätigkeit bei der Bundeswehr, wurde er im Jahr 1995 in die Kirchenverwaltung Leiblfing gewählt. In seiner 18 jährigen Tätigkeit als Kirchenpfleger in Obersunzing, fiel auch die Renovierung der Kirche. 2013 endete die Ära als Kirchenpfleger von Johann Sers. Bei den Kommunal- Landtagswahlen war er stets als langjähriger Schriftführer oder Wahlvorstand tätig gewesen. Zum Schluss hob er noch einen Verein hervor, bei dem er bereits 47 Jahre Mitglied ist. Seit dem Zusammenschluss der Krieger und Soldatenkameradschaft Leiblfing mit der Reservistenkameradschaft Leiblfing im Jahre 1991 zur heutigen KRuSK Leiblfing ist Johann Sers immer noch in der Vorstandschaft tätig. Seine Funktionen waren zweiter Vorstand, dritter Vorstand und Ausschussmitglied. Seit dem März 2003 bis heute, also seit insgesamt 16 Jahren, führt er die KRuSK als erster Vorstand, den Traditionsverein, der sich für Frieden und Freiheit einsetzt. Laudator Johann Schambeck gratulierte Johann Sers zu seiner Auszeichnung mit dem Leiblfinger Ehrenzeichen.

 

„Eine reife Lebensleistung“

Zügig ging es im Programm weiter. Das vierte Ehrenzeichen an diesem Abend ging an Karl Wolf aus Hailing. Laudator, Erster Bürgermeister Wolfgang Frank, war es eine Ehre, zum wiederholten Mal eine Laudatio halten zu dürfen. Warum Ehre? Weil es um herausragende Menschen aus unserer Gemeinde geht, die deutlich über den Durchschnitt, das Übliche oder das Selbstverständliche hinaus Leistungen erbracht haben. Erster Bürgermeister Wolfgang Frank blickte in seiner Laudatio nicht nur auf die große Gebietsreform im Jahr 1978 zurück, sondern auf die kleine und damals freiwillige „kleine Gebietsreform 1972“. Diese liegt bereits 47 Jahre zurück. „Deshalb werden Sie sich auch fragen, was es mit der „kleinen Gebietsreform“ auf sich hatte.“ Nun, das war der Zusammenschluss von Gemeinde auf vollkommen freiwilliger Basis, also ohne Zwang, Druck der Staatsregierung und dergleichen. Die damalige Gemeinde Hailing gehörte zu denen, die erst 1978 der neuen Großgemeinde beigetreten „wurden“. Und die letzten 6 Jahre vor dieser Zeit 1978 war der zu Ehrende Gemeinderat in Hailing. Bereits da wurde der 31-jährige Karl Wolf in das Gremium gewählt. Nicht vom Ende der Welt, aber von der Einöde „Aspersgrund“ kommend musste er große Überzeugungsarbeit geleistet haben, denn mit so jungen Jahren war man damals noch die Ausnahme in den Gemeindeparlamenten. 1978 war es dann soweit, der erste Gemeinderat der neuen Großgemeinde wurde gewählt und Karl Wolf war dabei. Nicht ohne Stolz erwähnte der Laudator, dass auch er damals mit der kommunalpolitischen Ehrenzeichen Karl Wolf sen.Arbeit als letzter „Hinterbänkler“ beginnen durfte. Karl Wolf blieb hartnäckig bis 2008 und kämpfte und kämpfte für seinen Heimatort, aber vor allem für das Zusammenwachsen der neuen Großgemeinde, und das beileibe kein Kindergeburtstag. „Seine Argumente vertrat er vehement“, betonte Erster Bürgermeister Wolfgang Frank, „ein hartes Brot war das über viele Jahre.“ Er dankte dem zu Ehrenden für die jahrelange Zugehörigkeit zum Gemeinderat. Ganz ausgelastet war Karl Wolf wohl nicht. Die FFW Hailing brauchte einen neuen Vorstand, Karl Wolf stellte sich 9 Jahre von 1986 bis 1995 zur Verfügung. Und während dieser Zeit nahm die FF Hailing eine gute Entwicklung. Zudem war er 29 ½ Jahre Jagdvorsteher. Später übte Karl Wolf noch eine weitere Tätigkeit aus, nämlich die als Flur- Wildschadenschätzers. Hiermit begann er im Jahr 2000 und ist auch heute noch im Einsatz. Für eine lange Zeit war er Schöffe am Landgericht, dessen Berufung allein schon eine Auszeichnung ist. Dieses Amt übte er 30 Jahre lang aus, welches auch sehr zeitaufwändig war. Im Mai 2009 wurde Karl Wolf die Staatsmedaille überreicht. Er gehört damit zu den wenigen, denen diese Ehre zuteilwurde. Eine weitere kommunale Ehrung 2000 im Landratsamt war dieser vorausgegangen. Insgesamt eine reife Leistung, die zu Dank verpflichtet. Das Leiblfinger Ehrenzeichen überreichte Laudator Erster Bürgermeister Wolfgang Frank gerne an Karl Wolf und gratulierte ihm hierzu recht herzlich.

Allen vier Empfängern des Ehrenzeichens wurde von Ersten Bürgermeister Frank nach den Ausführungen der Laudatoren eine Urkunde, das eigentliche Ehrenzeichen sowie eine kleine finanzielle Anerkennung überreicht. Im Anschluss erfolgte jeweils ein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Nach zusammenfassenden Schlussworten von Herrn Frank und Herrn Christian Mittermeier und einem letzten Musikstück inklusive Zugabe, unterhielten sich die Festgäste bei einem Imbiss noch lange über den beeindruckenden Abend. Alle Gäste waren sich einig, dass es eine rundherum gelungene Veranstaltung war und freuen sich auf die nächste Ehrenzeichen-Feier im Jahr 2021.

(Artikel Helmut Pilzweger)

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